Volksfestkalender

Volksfestkalender

Deutschland und insbesondere Süddeutschland ist für seine große Bier- und Trachtenvielfalt sowie seine zünftige Kost und Blasmusik bekannt. Eng verwoben mit der traditionellen Brauereikunst, der Musik, den Speisen und den Trachten sind seit jeher große Bierfeste. Sie entwickelten sich, oftmals kombiniert mit großen Jahrmärkten, Festzügen, sportlichen Wettbewerben und ursprünglich auch einmal Landwirtschaftsausstellungen über die Zeit hinweg zu großen weit bekannten Volksfesten. Bis heute werden die Feste von ihren Gästen noch überwiegend in Tracht besucht und sind äußerst populär.

Neben den klassischen süddeutschen Volksfesten in Bayern und Baden-Württemberg gibt es zudem in Deutschland einen neuen jungen Trend. Nach dem Eintritt des Millenniums wurde es en vogue, Oktoberfeste nicht nur im Süden, sondern plötzlich in ganz Deutschland zu veranstalten. Sie orientieren sich an den Originalen aus dem Süden der Republik, werden jedoch in der Regel ohne Jahrmarkt, Festzüge und Wettkämpfe ausgerichtet. Vielmehr konzentrieren sie sich rein auf die Festzeltkultur mit süffigem Festbier, zünftigen Speisen und bayerischer Schlager- und Blasmusik. Genauso wie bei den Originalen gilt hier: Lederhose und Dirndl sind ausdrücklich erwünscht.

Schöneberger Trachten bietet allen, die sich für die klassischen Volks- und Oktoberfeste in Süddeutschland oder aber für die jungen in den 2000ern und 2010er Jahren begründeten Oktoberfesten in Mittel-, Nord-, West- und Ostdeutschland interessieren, ein große Vielfalt an passender Trachtenkleidung rund um die Lederhose. Doch zum Besuch eines Volksfestes gehört mehr als nur die richtige Kleidung. Wann findet in Deutschland wo welches Oktober- oder Volksfest statt? Was hat das jeweilige Fest zu bieten? Welche Festzelte gibt es mit welchen Besonderheiten? Welches Programm wird geboten? Wie sind die Öffnungszeiten? Welche deutschlandweit bekannten Live-Bands werden wann spielen? Wo kann reserviert werden? Wie teuer sind die Tickets und das Maß Bier? Wie kommt man am besten zum Fest und wo kann man übernachten? Was ist für das Fest typisch und seit wann gibt es das Fest? Alle diese Fragen beantwortet unser ausführlicher Volksfestführer. Er fasst in einer gut strukturierten Übersicht die wichtigsten Fakten zu den beliebtesten Volks- und Oktoberfesten in Deutschland zusammen.

Zunächst einmal finden Sie hier jedoch einen kurze Einführung zum Ursprung der Volksfeste mit Bierfesttradition:

Ihr Ursprung ist nicht auf einen Ort oder ein Ereignis alleine zurückzuführen. Allerdings gibt es einige Fakten und Hintergründe, die diesbezüglich zu nennen sind.

In Süddeutschland gibt es fünf Volksfeste, die Ihren Ursprung im frühen bis mittleren 19. Jahrhundert haben. Sie werden seit rund 200 Jahren groß und aufwendig gefeiert, sind zum Teil sogar international bekannt und ziehen jedes Jahr mehrere Millionen Menschen zum Feiern an. Alle fünf Feste haben bis heute einen großen Jahrmarkt, servieren Bier und Speisen der Region, verfügen über unterschiedliche Festzelte und werden von ihren Anfängen an bis heute überwiegend in Dirndl und Lederhose besucht.

Das weltweit bekannteste und meistbesuchte deutsche Volksfest dieser Art ist das Oktoberfest in München mit über 6 Millionen Besuchern. Ein Mitglied der Bayerischen Nationalgarde schlug im Oktober 1810 vor, die Hochzeit von Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen mit einem großen Pferderennen zu feiern. Die Idee wurde begeistert umgesetzt. Anlässlich der Hochzeit fand am 17. Oktober 1810 ein Pferderennen statt, bei dem das Brautpaar öffentlich gehuldigt und die Münchner Bürger und Bürgerinnen eingeladen wurden. Auf dieses Ereignis geht das Oktoberfest in München zurück. 1811 wurde neben dem Rennen erstmalig ein Landwirtschaftsfest hinzugefügt, um die bayrische ländliche Wirtschaft zu fördern.

Einen ähnlichen Hintergrund hat auch das zweitgrößte süddeutsche Volksfest, die Canstatter Wasen in Stuttgart: König Wilhelm I. von Württemberg und seine Frau Katharina gründeten 1818 das Volksfest, das heute über 4,5 Millionen Gäste empfängt. Ein Jahr zuvor hatte das Staatsoberhaupt bereits die „Centralstelle des landwirtschaftlichen Vereins“ ins Leben gerufen und damit den Grundstein für die Cannstätter Wasen gelegt. Das landwirtschaftliche Fest mit Pferderennen und Preisverleihungen für herausragende Leistungen in der Viehzucht wurde in Form eines allgemeinen Volksfestes zelebriert.

Auch der Ursprung des Nürnberger Volksfestes, das im Frühling und Herbst zusammengezählt über 3,5 Millionen Gäste empfängt hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert. Im Herbst 1826 wurde es, wie auch das Münchner Oktoberfest, zu Ehren des bayerischen Königs Ludwig I. ins Leben gerufen. Bereits damals wurden ein großer Festzug und diverse Wettbewerbsspiele organisiert.

Das Gäubodenfest in Straubingen, zu dem heute 1,2 Millionen Menschen kommen, begründete König Maximilian I. Joseph. Er erließ 1812 ein Dekret, nach welchem im Unterdonaukreis ein landwirtschaftliches Vereinsfest organisiert werden sollte. Zuchtschauen, landwirtschaftliche Anbaumethoden und Pferderennen standen im Mittelpunkt.

Die Anfänge des Rosenheimer Festes, das heute mehr als 1 Millionen Gäste empfängt, gehen auf das Jahr 1861 zurück. Zu dieser Zeit fand in Rosenheim alle fünf Jahre eine Landwirtschaftsausstellung statt. In diesem Jahr nahm man ins Programm ein Schützenfest und Gesangswettbewerb hinzu, so dass die Ausstellung den Charakter eines Volksfests bekam.

Neben den fünf Volksfest-Giganten aus dem 19. Jahrhundert gibt es in Bayern zwei Volksfestklassiker, die sich sogar bis zu 1000 Jahre zurückverfolgen lassen. Wie bei den erst 200 Jahre alten Volksfesten, dürfen sich die Gäste auf Bierzelte, einen großen Jahrmarkt und aufwändige Festumzüge freuen. Die Tracht, wie sie heute auf den Volksfesten getragen wird, wurde in Süddeutschland erst ab dem 19. Jahrhundert beliebt. Demnach kann davon ausgegangen werden, dass die Menschen dieses Brauchtum erst im 19. Jahrhundert auf den beiden Festen einführten.

Die Geschichte des Augsburger Plärrers, das im Frühjahr und Herbst gemeinsam ca. 1,2 Millionen Gäste empfängt, lässt sich länger als 1000 Jahre zurückverfolgen. Die traditionellen Dulten waren Märkte unter freiem Himmel, die gleichzeitig auch Gaukler, Artisten, Zauberkünstler, Moritatensänger und Schießstandbetreiber anzogen.

Die Michaels-Kirchweih in Fürth, zu der heute über 1,5 Millionen Besucher strömen, wurde höchstwahrscheinlich anlässlich der Fertigstellung der Kirche St. Michael im Jahr 1100 erstmalig veranstaltet. Die Fürther Kirchweih dehnte sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiter aus. Erst auf den Kirchenplatz, dann auf die Gustavstraße und schließlich auf weite Bereiche der Innenstadt. Heute erstreckt sich das Kirchweihgelände vom Königsplatz bis zur Fürther Freiheit.

Ein weiteres süddeutsches Volksfestschwergewicht ist die Erlanger Bergweih in Franken, die ebenfalls über 1 Millionen Besucher empfängt. Hier ist festzuhalten, dass sie sich von den bisher vorgestellten Festen deutlich unterscheidet. In Erlangen handelt es sich um ein Bierfest, es gibt jedoch weder Jahrmarkt noch Bierzelte. Vielmehr wird das Bier auf den traditionellen 16 Kellern ausgeschenkt. Und auch die Trachtenkleidung hat sich erst langsam in diesem Jahrhundert auf das Fest eingeschlichen. Früher spielte sie eine eher untergeordnete Rolle.

Der Ursprung der Erlanger „Bergkirchweih“ liegt im Jahre 1755. Der Erlanger Pfingstmarkt wurde in diesem Jahr erstmals am Altstädter Schießhaus durchgeführt. Damals waren vor allem Lebensmittelhändler auf dem Berg, die ihre Waren an Ständen verkauften. Gleichzeitig wurde am Berg auch das Vogelschießen der Schützen abgehalten. Zudem schenkten die Brauereien zu diesem Anlass das kühle Bier ihrer Felsenkeller direkt vor Ort aus.

Nach dem Jahrtausendwechsel wurde eine Vielzahl von „neuen“ Oktoberfesten in ganz Deutschland etabliert. Das Oktoberfest erlebt seitdem genauso wie die Trachtenmode einen massiven Aufschwung. Es wird heute auch in über 20 Städten nördlich von Bayern und Süddeutschland veranstaltet. Das Konzept dieser „neuen“ Oktoberfeste ist es, das bayerische Original aus München in die eigene Heimat zu holen - jedoch ohne Jahrmarkt und Festumzüge. Im Festzelt soll genauso zelebriert werden wie in Bayern. Egal ob beim Oktoberfest Mannheim, Oktoberfest Worms, Oktoberfest Hannover, bei den Öcher Wiesn (Aachen), Münsteraner Oktoberfest, Oktoberfest Wolfsburg, Saarländischem Oktoberfest, Pichmännel Oktoberfest (Dresden), Oktoberfest Mainz, Bergedorfer Oktoberfest (Hamburg), Oktoberfest am Kurt-Schumacher-Damm (Berlin), Ulmer Oktoberfest, Badischen Oktoberfest, Xantener Oktoberfest, Oktoberfest Leipzig, Oktoberfest Köln oder Oktoberfest Dortmund, Festbier, deftige Kost, Schlager, bayerische Stimmungsmusik und Festzeltdekoration sowie natürlich das Erscheinen in Dirnd und Lederhose dürfen nicht fehlen. Die Gäste möchten es nämlich genauso krachen lassen wie in München.